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Die Offene Gemeinde Heilig Kreuz in Neuwied

Am 13. April hat der Sachausschuss des Pfarrbezirks Heilig Kreuz die Entscheidung gefällt, sich mit dem Namen „Offene Gemeinde Heilig Kreuz“ vom zukünftigen Rat der Pfarrei anerkennen zu lassen. Heilig Kreuz ist schon lange keine Pfarrgemeinde mehr, aber „die Heilig Kreuzer“ haben sich nach wie vor als Gemeinde verstanden, in der Menschen die vier Grunddimensionen der Kirche leben: Sie kommen zusammen, um das Wort Gottes weiter zu sagen (Martyria), um gemeinsam Gottesdienst zu feiern (Liturgia), sich sozial für Bedürftige zu engagieren (Diaconia) und Gemeinschaft zu pflegen (Koinonia).

In der Trierer Synode wurde deutlich, dass es ein einfaches „Weiter so“ der alten Gemeinden nicht geben kann. Der Zusatz „Offene“ Gemeinde Heilig Kreuz greift das auf. Wenn sich früher das kirchliche Leben hauptsächlich unter Katholiken abspielte, dann sind Gemeinden heute herausgefordert, offen und ohne Vorbehalte auf alle Menschen, gleich welcher Nation, Kultur oder Religion zuzugehen. Damit diese Offenheit gelingt, kann sich die Offene Gemeinde Heilig Kreuz an den sieben Leitsätzen des Rahmenleitbilds der Trierer Synode orientieren. Dr. Josef Freise hat das zusammengefasst und nachfolgend formuliert:

1. Wir lassen uns von der Verheißung des Reiches Gottes leiten. Die Vision des Reiches Gottes stärkt uns im Engagement für Gerechtigkeit, um die Spaltung in Arme und Reiche zu überwinden. Die Neuwieder Tafel und das Café Asyl haben ihre Räume im Gemeindehaus von Heilig Kreuz und Gemeindemitglieder sind dort mit aktiv. Erfahrungen aus den Lebensgeschichten verschiedener Menschen, die Hartz IV-Empfänger oder Asylbewerber sind, wirken sich auf das soziale und politische Engagement einzelner Gemeindemitglieder aus.
2. Wir gehen zu den Menschen und sind missionarisch-diakonisch.

Gemeindemitglieder von Heilig Kreuz organisieren in Neuwied regelmäßig Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Religion. Christen, Muslime und Jesiden treffen sich zu Gebet, gemeinsamem Essen und Austausch. Heute ist der interreligiöse Dialog eine der angemessensten Formen der Mission: Jeder erzählt, was ihm in seinem Glauben wichtig ist, und kann dann auf Augenhöhe vom andersreligiösen Gesprächspartner lernen.
3. Wir denken vom einzelnen her.

Nach jedem Sonntagsgottesdienst gibt es ein Treffen „Kaffee nach der Kirche“ , bei dem jeder einzelne angesprochen werden kann. Einzelne gehbehinderte ältere Gemeindemitglieder werden beim Weg zum Sonntagsgottesdienst begleitet. Der Besuchsdienst hält Kontakt zu älteren Gemeindemitgliedern und besucht sie bei Geburtstagen. Im Café Asyl werden einzelne Asylbewerber*innen von Paten bei der Sprachförderung und der Arbeitssuche begleitet.
4. Wir nehmen Vielfalt als Gottes Geschenk an.

In die KiTa Heilig Kreuz kommen Kinder unterschiedlichster nationaler und religiöser Herkunft. Zu den sonntäglichen Gottesdienstbesuchern gehören Menschen aus Polen, Syrien und aus verschiedenen afrikanischen Ländern. Bei der Neuwieder Tafel finden sich Menschen unterschiedlicher Schicht und Herkunft ein. Diese Vielfalt kann uns das Katholisch sein (übersetzt: allumfassend sein) neu verständlich machen und ist eine Herausforderung und ein Geschenk.
5. Wir entdecken und fördern Charismen.
Bei verschiedenen Gemeindeprojekten wie „freitags nachmittags in den Gemeindegarten“, der Organisation der Feste und des „Kreuzer Karnevals“, bei der Gestaltung der Gottesdienste im Liturgiekreis usw. sind höchst unterschiedliche Fähigkeiten und Charismen gefragt. Einzelne Charismen können auch zu neuen Aufgaben und Ämtern führen. Alle sechs bis acht Wochen findet sonntags anstelle der Messe eine Wort Gottes- und Kommunionfeier statt, die von Laien geleitet wird. Wenn Frauen am Altar stehen und die Kommunionfeier leiten, wird dies in Heilig Kreuz von vielen als Vorgriff auf eine Zeit verstanden, in der auch Frauen als Priesterinnen in der Katholischen Kirche Dienst tun.

6. Wir sind Gemeinschaft.

Wir pflegen Gemeinschaft bei verschiedensten Anlässen: beim Kaffee nach der Kirche, beim Fastenessen und beim Osterfrühstück, bei verschiedenen Zusammenkünften im neu gestalteten Innenhof und nicht zuletzt beim Kreuzer Karneval.

7. Wir teilen Verantwortung.

Wir organisieren uns weitestgehend ehrenamtlich und wünschen uns zugleich eine hauptamtliche seelsorgliche Begleitung im Beten, im Handeln und bei der Vernetzung zu den verschiedensten Orten von Kirche in der Stadt Neuwied und in der neuen Pfarrei. Noch nicht abgeschlossen sind Überlegungen, ein Leitungsteam und ggf. eine Gemeindeleitung zu wählen.


Infos

Infos "Offene Gemeinde"

Weitere Publikationen zu "offene Gemeinde" Hl. Kreuz

#Gemeinden als kleinste Netzwerke (Paulinus) [157 KB]
#Offene Gemeinde Hl. Kreuz (Paulinus) [844 KB]
#Konzeptentwurf offene Gemeinde Hl. Kreuz [96 KB]


Offener Garten

Die Kirche ist für alle da:
Offener Garten in Heilig Kreuz für das Neuwieder Sonnenland

Mit einem Gottesdienst und einem bunten Gartenfest fand die 72 Stunden - Aktion der Katholischen Jugend rund um die Kirche Heilig Kreuz im Neuwieder „Sonnenland“ ihren Abschluss. Messdiener und katholische Jugendgruppen hatten in 72 Stunden einen Offenen Garten im Gemeindegarten von Heilig-Kreuz angelegt. Hochbeete wurden gebaut und bepflanzt, Parkbänke angestrichen und montiert, ein solar betriebener Springbrunnen errichtet und selbst an Mülleimer in Regenbogenfarben wurde gedacht. Unterstützung fanden die Jugendlichen von Aktiven der Neuwieder Tafel, die in den Gemeinderäumen von Heilig Kreuz seit einigen Jahren ihren Platz gefunden hat. Aus der Nachbarschaft der Heilig Kreuz Kirche hatten sich Aktive gemeldet, die mit Eimer, Besen und Kehrblech die Umgebung der Kirche verschönerten. Im Gottesdienst erinnerte Kaplan Oliver Seis an Michael Gorbatschow, der in der früheren Sowjetunion Glasnost (Offenheit / Transparenz) und Perestroika (Umgestaltung / Reform) auf den Weg gebracht hatte. Auch die Katholische Kirche brauche Offenheit und Umgestaltung, um für die Botschaft Jesu, die sich an alle Menschen richtet, transparent zu werden. Der Offene Garten Heilig Kreuz sei dafür ein Zeichen. Bewohner des Sonnenlandes können einen Teil des Gartens für ihren eigenen Gemüseanbau nutzen. Die ersten Parzellen wurden im Rahmen des Gartenfestes verteilt, unter anderem an eine muslimische Flüchtlingsfamilie aus Syrien, die in einer Wohnung ohne Garten untergebracht ist. Tansanische Ordensschwestern aus der Bogenstraße, die im Elisabeth-Krankenhaus arbeiten, sangen und trommelten zum Fest. Oliver Seis dankte allen Beteiligten, u.a. Markus Oelschläger von der Neuwieder Tafel, Elisabeth Adrian von der Caritas, Tina Monzen aus Heilig Kreuz und den Mitarbeitenden des MOEWE-Jugendprojekts des Jobcenters, die für das leibliche Wohl bei dem Gartenfest sorgten. Der Offene Garten ist ein erstes konkretes Projekt der neu gebildeten Offenen Gemeinde Heilig Kreuz, die sich als ein Netzwerk verschiedener Orte von Kirche im Rahmen der Strukturreform im Bistum Trier versteht.
"Offener Garten" in Hl. Kreuz sucht Gartenwerkzeuge.
Bitte wenden Sie sich an Tina Monzen, Tel. 979502, tina@monzen.de.



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